Elsfleth

Rathausplatz

Historisches Rathaus
Historisches Rathaus

Der historische Rathausplatz ist geprägt durch das Rathaus, ehemals Zollamt und Amtsgericht, durch das Hotel und Restaurant „Kogge“ und dem Denkmal "Schwarzer Herzog".

Einen bedeutenden Aufschwung erlangte Elsfleth durch die Errichtung des Weserzolls, der von Graf Anthon Günther von Oldenburg im Jahre 1624 nach Elsfleth verlegt wurde. Alle Schiffe, die nach Bremen hinauf wollten, mussten in Elsfleth anlegen und die transportierten Waren verzollen, ganz zum Nachteil der Bremer. 1624 wurde das heutige Rathaus als Zollamt gebaut. Auf Antrag der Bremer wurde 1820 der Weserzoll wieder erlassen. Seit 1843 findet auf dem Rathausplatz, der ehemaligen Zollwarte, einmal wöchentlich Wochenmarkt statt.

Nach 1820 wurde das Gebäude als Amtsgericht und Dienstwohnung genutzt. 1879 ließ das Großherzogtum nebenan ein neues Gebäude als Amtsgericht erbauen, welches nach dem Umzug des Amtsgerichtes in die Hafenstraße 1966 an die Polizei übergeben wurde. Amtsbezirk Elsfleth wurde 1972 aufgehoben.

1940 erwarb die Stadt Elsfleth das ehemalige Zollhaus und richtete dort die Stadtverwaltung ein, welche nach Umzug der Polizei 1992 um das ehemalige Amtsgericht erweitert und zu einem Gebäude umgebaut wurde.

Auf dem Rathausplatz steht das Denkmal des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels, der sich, verfolgt von napoleonischen Truppen, 1809 mit seiner schwarzen Schar mit Hilfe der Elsflether Schiffer nach Helgoland absetzte. 

Die Uhr vor dem Giebel des Hauses VISURGIS stammt von der alten Seefahrtschule von 1871 in Elsfleth, Peterstraße. Frau Renate Janssen entdeckte das verrostete Zifferblatt mit den Uhrzeigern am 08.08.1988 in Oberhammelwarden und erwarb es für 500,- DM. Die Uhrenbaufirma Hemmer aus Bruchhausen-Vilsen wurde beauftragt, das Zifferblatt zu restaurieren und ein automatisches Uhrwerk einzubauen. Außerdem wurde die Firma beauftragt die Glocken mit dem Glockenspiel (13 Shantys und Glasen), sowie ein Schild mit dem Visurgenwappen und der Aufschrift „Navigare necesse est“ – „Seefahrt tut Not“ anzufertigen und anzubringen.

Am 25.05.1989 erklang der erste Glockenschlag und das erste Lied „Üb immer Treu und Redlichkeit!“ Die Uhr glast (Bekanntgeben der Uhrzeit durch Anschlagen an die Schiffsglocke) halbstündlich zwischen 08.00 und 22.00 Uhr. Ab 08.00 Uhr ertönt alle zwei Stunden das Glockenspiel. 

Das Glockenspiel soll ein Dank sein an alle Kapitäne und Besatzungen, die an Bord ihre Pflicht getan haben und noch tun. Ein Dank an die Nautische Kameradschaft „Visurgis“, die in 85 Jahren ihres Bestehens Verbindungen zu den Seeleuten in der ganzen Welt aufrecht erhielt und die Kameradschaft und das Zugehörigkeitsgefühl zu Elsfleth damit festigte.

Die Uhr und die Glocken sollen aber auch an die Vergangenheit erinnern, dass es in Elsfleth ein stetes Auf und Ab in der Seeschiffahrt gegeben hat. Die Stifter hoffen, dass der Spruch „Navigare necesse est“ – „Seefahrt tut Not“ – seine Bedeutung für Elsfleth nicht verliert.

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